- Kundenspezifische Anforderungen, dezentrale Struktur und Fondsinformationen in deutscher Sprache auch im dritten Jahr größte Hürden
- Regulierung bereitet „nur“ noch der Hälfte der Asset Manager in Deutschland mehr Arbeit als in ihrem jeweiligen Heimatmarkt
- Home-Office-Regelungen bleiben Reizthema; Verschiebung zu mehr Arbeitszeit im Büro
- Weitere Ergebnisse u.a. zum Einsatz von KI, Angebot aktiver ETFs und Vorbereitung auf neue Fondsklassifizierungen
Kundenspezifische Anforderungen, etwa an das Reporting oder steuerliche Vorgaben (28%), die dezentrale Struktur der Bundesrepublik mit ihren verschiedenen Finanzzentren (25%) und Fondsinformationen in deutscher Sprache (18%) sind für ausländische Investmentgesellschaften auch im dritten Jahr hintereinander die größten Herausforderungen auf dem deutschen Markt.
So lauten zentrale Ergebnisse der jährlichen Asset-Manager-Umfrage für ausländische Fondsgesellschaften auf dem deutschen Markt von Gerle Financial Communications, einer spezialisierten Kommunikationsberatung für die Finanzbranche. An der Online-Befragung im Februar und März 2026 nahmen 26 Vertreter von ausländischen Fondsgesellschaften, externe Außendienstmitarbeiter (Third Party Marketers) und Dienstleister der Fondsbranche teil. Es war die siebte Umfrage seit 2020.
Zugang zu Vertriebspartnern (13%), fondsbezogene Regulierung (8%) sowie die Einstellung von qualifiziertem Personal (5%) gelten danach als weitere Schwierigkeiten. „Nur“ noch etwas über die Hälfte (54%) der ausländischen Fondshäuser empfindet die Regulierung in Deutschland arbeitsintensiver als in ihrem jeweiligen Heimatmarkt – im vergangenen Jahr hatten das noch zwei Drittel der Befragten (67%) gesagt.
Weitere Ergebnisse der Befragung
„New Work“ bleibt Reizthema: Obwohl auch viele ausländische Asset Manager hybride Modelle etabliert haben, verursacht die Organisation von Home-Office-Regelungen in Deutschland weiterhin erheblichen Aufwand. 23 Prozent berichten von „mehr Arbeit“ damit als in ihrem jeweiligen Heimatmarkt, knapp drei Viertel (73%) von einem genauso hohen und die übrigen vier Prozent von weniger Aufwand.
Das gängigste Arbeitszeitmodell bei ausländischen Fondsgesellschaften ist derzeit „drei Tage im Büro, zwei Tage im Home Office“ (35%), gefolgt von „vier Tage Büro, ein Tag Home Office“ sowie „freie Wahl des Arbeitsortes“ mit jeweils 19 Prozent der abgegebenen Stimmen. Insgesamt ist eine Verschiebung zu einer höheren Anwesenheitspflicht im Büro über die vergangenen drei Befragungen festzustellen.
Einsatz von KI hemdsärmelig: Die meisten Investmenthäuser nutzen künstliche Intelligenz (KI) vor allem im Marketing und in der Kommunikation (29%) sowie im Kundenservice und „in anderen Abteilungen“ (je 16%). Nur jeweils 14 Prozent der Befragten haben KI in ihren Investmentprozess integriert oder setzen KI bereits „in allen Prozessen“ ein. Nur ein Teilnehmer gab an, dass KI in seinem Unternehmen überhaupt nicht genutzt werde.
Aktive ETFs noch ein Nischenthema: Fast zwei Drittel (64%) der befragten Unternehmen bieten aktuell keine aktiven ETFs für deutsche Investoren an – und haben das in den nächsten zwölf Monaten auch nicht vor. Doch das Potenzial steigt: Ein Fünftel (20%) plant den Markteintritt dieser semi-passiven Anlageform innerhalb eines Jahres. Und immerhin zwölf Prozent haben nach eigenen Angaben bereits aktive ETFs für deutsche Anleger im Angebot.
Gut vorbereitet auf neue Fondsklassifizierung: Die europäische Fondsaufsicht ESMA hat vor, die gängige Nachhaltigkeitseinteilung in Artikel 6-, 8- und 9-Fonds durch eine neue Klassifizierung zu ersetzen. Knapp drei Viertel der Teilnehmer (72%) erklärten, sie seien auf die neue Klassifikation bereits vorbereitet, ein Fünftel (20%) verneinte dies; acht Prozent hatten von der neuen Regelung nicht gehört.
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- Hürden für ausländische Asset Manager in Deutschland (25-04-2026): Gerle Financial Communications
