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Nachhaltigkeit

GFC-Podcast Episode 9: Die DWS, das Greenwashing und trügerische Ruhe

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Was ist dran an den Vorwürfen des „Greenwashing“ bzw. Etikettenschwindel gegen die Fondsgesellschaft DWS? Ist vieles inzwischen nur Schmu oder (schlechtes) Marketing, wenn von Nachhaltigkeit in der Anlage die Rede ist? Und warum ist das deutsche Asset Management der internationalen Konkurrenz in Sachen ESG zum Teil deutlich hinterher? Das sind die Themen der neuen, 9. Folge von GFC (not the ‚Global Financial Crisis‘) Podcast. Interviewpartner diesmal sind Jan Wagner, freier Finanzjournalist aus Frankfurt, und Christina Böck, Partnerin bei der internationalen Strategieberatung für Asset Manager INDEFI.

Die Original-Interviews mit Jan Wagner und Christina Böck gibt es hier als PDF.

Dauer des Podcasts: 24:29 min.

Matthews Asia: Drei Fragen an China und seine Verantwortung im Klimawandel

China stand während der gestern in Schottland zu Ende gegangenen Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP26) sowohl im Zentrum der Kritik als auch bei der Suche nach Lösungen. Denn die Volksrepublik ist der größte Emittent von Treibhausgasen weltweit. Kathlyn Collins, Nachhaltigkeits-Chefin des Asien-Spezialisten Matthews Asia, untersucht in einer aktuellen Frage- und Antwortrunde (Q&A), warum Chinas Aufgabe beim Klimawandel so wichtig ist und was das bevölkerungsreichste Land der Erde in Sachen Klimaschutz bereits geleistet hat.

Was hat Chinas Regierung konkret versprochen?

Chinas Versprechen, die Kohlenstoffemissionen bereits vor 2030 zu erreichen, ist eine Verbesserung seiner früheren Zusage. Das Land bekräftigte außerdem, dass es die Nutzung fossiler Brennstoffe zwischen 2025 und 2030 auf 75 Prozent und bis 2060 auf 20 Prozent begrenzen will. In dem neuen Aktionsplan, den die chinesische Führung vor der COP26 veröffentlichte, wird auch darauf hingewiesen, dass China keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland finanzieren werde. Und in einer gemeinsamen Erklärung zum Klima auf der COP26-Konferenz sagten die USA und China zu, Methanemissionen zu reduzieren, die Wälder zu schützen und den Einsatz von Kohle herunterzufahren.  

Warum steht China in der Verantwortung?

China ist mit 27 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen der weltweit größte Emittent, gefolgt von den USA und Indien. Stromerzeugung und Industrie sind für etwa 75 Prozent der Emissionen in China verantwortlich. „Es steht außer Frage, dass Chinas wirtschaftliche Entwicklung in der Vergangenheit zu einigen ernsthaften Umweltproblemen geführt hat“, sagt Collins. „China muss seinen Energiemix reformieren und die Energieeffizienz von Industrieunternehmen drastisch verbessern. Es muss einen umweltfreundlichen Lebensstil fördern und seine Technologien zur Kohlenstoffabscheidung sowie -speicherung ausbauen.“ Die Stromausfälle und -engpässe zu Beginn dieses Jahres hätten deutlich gemacht, wie abhängig China noch von der Kohle sei und dass es den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft mit dem Fortkommen der zweitgrößten Volkswirtschaft in Einklang bringen müsse, so die Nachhaltigkeits-Chefin. 

Was hat China zuletzt im Kampf gegen den Klimawandel unternommen?

Um den Anteil der Kohle am Energieverbrauch von derzeit etwa 60 auf 50 Prozent im Jahr 2025 zu senken, müssen die erneuerbaren Energien zunehmen. China hat in diesem Jahr die Installation von Solar- und Windenergieanlagen vorangetrieben. Das Ziel der Regierung für Solar- und Windenergie liegt bei 1.200 Gigawatt (GW) installierter Kapazität bis 2030. „Batterien, Ultrahochspannungstechnologie und Übertragungsleitungen sowie intelligente Stromnetze sind die Schlüssel“, erklärt Collins. Chinas neue Politik sehe vor, dass mehr als die Hälfte des über neu gebaute Leitungen übertragenen Stroms aus erneuerbaren Energien stammen muss.

Schon heute ist China der größte und am schnellsten wachsenden Markt für Elektroautos weltweit. Bis 2030 sollen 40 Prozent aller verkauften Neuwagen in China mit neuen Energiequellen und bis 2025 bereits 20 Prozent elektrisch betrieben werden. Und Anfang des Jahres wurde die Ausgabe des Katalogs für grüne Anleihen veröffentlicht. Dieser bietet nicht nur eine einheitliche Regulierung für China, sondern auch eine internationale Harmonisierung der Standards.

„Wenn China sich Ziele setzt, gelingt es ihm in der Regel, diese zu erreichen. Ich denke, dass dies auch für Klimaschutzmaßnahmen wie die Verringerung der Emissionen gelten wird“, ist Collins zuversichtlich. Sie stellt abschließend einen Vergleich an: „In den vergangenen zehn Jahren hat China doppelt so viel für Klimaschutzmaßnahmen ausgegeben wie die Vereinigten Staaten und hat diese bei der installierten Kapazität an erneuerbaren Energien weit hinter sich gelassen. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ist ein wichtiger Bereich, in dem zwei der größten Kohlenstoffemittenten zusammenarbeiten können.“

GFC-Podcast Episode 8: Vegane Schweinezucht – und wie man mit ESG-Mythen aufräumt

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ESG rauf, ESG runter – keine Woche vergeht, in der nicht irgendein Finanzanbieter einen angeblich nachhaltigen Fonds, eine Fondspolice, einen ETF oder eine Immobilie auf den Markt bringt, die die drei magischen Buchstaben im Namen führt. Bei so viel (Über)Angebot – und sich erst allmählich entwickelnden Standards – tut Transparenz not. Entstanden aus der Beobachtung, wieviel Unsicherheit momentan in der ESG-Welt, bei Investoren wie bei Anbietern, herrscht, haben Nicolas Schild und Paula Singliarova vom deutsch-britischen Investmenthaus Arabesque Asset Management im Sommer 2020 einen ungewöhnlichen Newsletter gestartet: Er trägt den Titel „Arabesques Wöchentliche ESG-Dosis“, hinterfragt Buzz words und Schlagzeilen auf Grundlage von datengestützten Fakten und wird personalisiert an bislang 500 interessierte Leser in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien verschickt. Nicolas Schild erklärt im Interview mit GFC (not the ‚Global Financial Crisis‘) Podcast, warum der Newsletter jede Woche die gleichen drei Fragen stellt, wieso er nicht in die Unternehmenskommunikation von Arabesque eingebunden ist und was vegane Schweinezucht damit zu tun hat (Original-Interview als PDF).

Dieser Podcast ist auf Deutsch. Länge des Podcasts:13:54 Minuten.

GFC-Podcast Episode 7: ESG, SFDR und das Risiko des „Impact Washing“

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Die seit bald drei Monaten geltende EU-Transparenzverordnung legt es an den Tag: Die Zahl und das Volumen der Investmentfonds, die Nachhaltigkeitskriterien entweder berücksichtigen (Artikel 8) oder diese sogar verbessern wollen (Artikel 9) steigen. Alles nur Schein – oder wird die Fondsbranche wirklich nachhaltiger? Und was geben die, mitunter noch etwas dürftigen, Daten und Parameter wie die neuen „Principle Adverse Impact“-Indikatoren her? Darüber haben wir uns mit Christina Böck, Partnerin bei der internationalen Strategieberatung INDEFI, für die neue Folge von GFC (not the ‘Global Financial Crisis’) Podcast unterhalten (Original-Interview als PDF).

Dieser Podcast ist auf Deutsch. Länge des Podcasts: 19:42 min.

GFC-Podcast Episode 3: Der Provisionsdeckel, die EU-Taxonomie und lange Haare im Lockdown

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Um die Finanzmarktregulierung, den drohenden Provisionsdeckel für Lebensversicherungen und um die EU-Taxonomie (und um lange Haare) geht’s in der neuen, dritten Episode von GFC (not the ‚Global Financial Crisis‘) Podcast. Zu hören gibt es Original-Statements von Gegnern und Befürwortern des Provisionsdeckels – den Bundestagsabgeordneten Carsten Brodesser (CDU) und Frank Schäffler (FDP), Dr. Peter Schwark vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Norman Wirth vom Bundesverband Finanzdienstleistung (AfW), und von Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV). Außerdem ein Interview mit Beraterin Anke Limbach (Limbach Consulting) – Unternehmensberaterin und Spezialistin für die Umsetzung komplexer organisatorischer Vorhaben im Wertpapieranlagenbereich – zur EU-Taxonomie für nachhaltige Investments … und warum die womöglich ein noch größeres Abstimmungsrad als MiFID 2 wird (Original-Interview als PDF).