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Britischer Fondsmarkt

Brexit-Update: Britische Finanzbranche alive and kicking?

Der Brexit und die Folgen des Nordirland-Protokolls können das Vereinte Königreich noch ganz schön teuer zu stehen kommen. Foto: Hagen Gerle

Covid-19 hin, Brexit her: Die britische Finanzbranche lässt sich vom EU-Austritt vor bald einem Jahr nicht unterkriegen. Neue Börsenregeln, Nachhaltigkeitspflichten und mehr Jobs im Finanzsektor sollen beweisen, dass die Industrie „alive and kicking“ ist. Allerdings müssen den Ankündigungen an der Themse erst noch Taten folgen. Und der Streit um das Nordirland-Protokoll droht den mühsam ausgehandelten Brexit-Deal wieder zunichtezumachen, erklärt Hagen Gerle in diesem Gastbeitrag für FondsTrends, der Plattform von Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Beiträgen zu aktuellen und zukunftsorientierten Themen der Fondswelt: Brexit-Update: Britische Finanzszene alive and kicking?

Beitrag zur Zukunft des Finanzplatzes Großbritannien post-Brexit auf FondsTrends.lu

Großbritanniens Regierung und die britische Finanzbranche suchen momentan händeringend nach Möglichkeiten, um das Vereinigte Königreich post-Brexit als internationalen Finanzplatz attraktiv zu halten. Tatsächlich hat die Finanzindustrie auf der Insel seit dem EU-Referendum im Juni 2016, vor allem aber in den vergangenen Monaten, tüchtig an Personal, Unternehmen und Assets verloren. Am stärksten betroffen ist das Asset Management, wie Hagen Gerle in diesem Beitrag für FondsTrends, der Informationsplattform von Hauck & Aufhäuser Fund Services zu aktuellen Trends und Themen im Fondsgeschäft, darlegt: Finanzplatz UK post-Brexit: Suche nach neuem Sinn.

GFC Podcast Episode 6: Die britische Finanzbranche post Brexit

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Die britische Finanzbranche nach dem Brexit: Hoffen auf Äquivalenz – oder lieber gleich in die EU umziehen? Das ist das Thema der neuen, 6. Folge von GFC (not the ,Global Financial Crisis‘) Podcast. Der Brexit-Deal, den die britische Regierung und die EU-Kommission an Heilig Abend verkündeten, klammert Dienstleistungen weitgehend aus – und damit auch die mächtige britische Finanzdienstleistungsbranche mit ihrem hohen Anteil an Wirtschaftskraft, Steuerbeiträgen und Arbeitsplätzen. Gerade für britische Fondsgesellschaften, die nach eigenen Angaben über GBP 8,5 Billionen an Assets verwaltet, ist deshalb ein Abkommen mit der EU, wie es mit der Finanzdienstleistungsbranche post Brexit weitergehen soll, sehr wichtig. Doch die EU hat’s mit einer solchen Vereinbarung offensichtlich nicht so eilig … und jeder Tag ohne ein Abkommen treibt mehr Geschäft, Firmen und Mitarbeiter nach Europa – und verunsichert britische Investmentmanager zunehmend. Mehr Informationen dazu finden Sie auch in diesem Beitrag auf Deutsch oder English.

Dieser Podcast ist auf Deutsch.

Länge des Podcasts: 14:20 min.

Britische Finanzbranche post Brexit: Hoffen auf Äquivalenz – oder lieber gleich in die EU umziehen?

Großbritannien und die Europäische Union wollen bis Ende März ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnen, in dem festgelegt werden soll, wie es mit der Finanzdienstleistungsbranche nach dem Brexit weitergeht. Während das Vereinigte Königreich darauf hofft, dass seine Regularien auch auf dem Kontinent als gleichwertig anerkannt werden („equivalence“), scheinen für die EU gleiche Wettbewerbsbedingungen („level playing field“) wichtiger zu sein. Jeder Tag ohne ein Abkommen treibt mehr Geschäft, Firmen und Mitarbeiter nach Europa – und verunsichert britische Investmentmanager zunehmend.

Es sieht gerade nicht gut aus für den internationalen Finanzplatz Großbritannien. Auch wenn der Brexit-Deal für manchen Briten ein unerwartetes Weihnachtsgeschenk gewesen sein mag – für viele gerät er zur nationalen Tragödie. Zu entnervten Spediteuren, wütenden Fischern und abgezockten Online-Shoppern aus dem Vereinigten Königreich (United Kingdom, UK) könnten sich bald umzugswillige Mitarbeiter aus Finanzdienstleistungsfirmen gesellen. Der Sales-Manager einer Londoner Investmentboutique brachte es in einem Telefonat dieser Tage mit mir auf den Punkt: „Down the line, wenn du in der EU arbeiten willst, brauchst du die Lizenz vor Ort.“ Ergo schaue sich sein Arbeitgeber intensiv nach einem Standort auf dem europäischen Festland um.

Überlegungen, wie sie dieser Asset Manager mit seinem zweistelligen Milliarden-Betrag an verwaltetem Vermögen anstellt, machen sich immer mehr Investmenthäuser an der Themse, die (noch) keine Niederlassung in der Europäischen Union (EU) haben. Die post-Brexit-Phase ist für viele von ihnen eine Grauzone, solange es noch kein separates Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU gibt. Doch das kann auf sich warten lassen. Continue Reading

Der Fisch, die Finanzen und der letzte Akt im Brexit-Drama

Der (vorerst) letzte Vorhang im Brexit-Drama geht in diesen Tagen auf, und es sieht nicht nach einem guten Ende für die britische Finanz- und Fondsbranche aus. Die größte Chance hieß bis vor kurzem noch „Fish for Finance“. Doch daraus wird wohl nichts. Britische Finanzfirmen sitzen auf dem Trockenen, falls sie in der Europäischen Union (EU) keine eigene Niederlassung unterhalten (Artikel als PDF). Bis zur Absage von Großbritanniens Premierminister Boris Johnson Mitte Oktober sah „Fish for Finance“ – ein möglicher Handel zwischen Fangrechten für EU-Fischerboote in britischen Gewässern auf der einen und einem Zugang für britische Finanzprodukte in die Europäische Union auf der anderen Seite – recht erfolgversprechend aus. Flundern für Fonds oder Dorsch für Derivate sozusagen. Continue Reading

Der Fall Woodford: Wenn nervöse Anleger auf illiquiden Anlagen sitzen

Der drohende Kollaps des Woodford Equity Income Fund (WEIF) in Großbritannien wird womöglich nicht nur (Ex-)Star-Fondsmanager Neil Woodford seine Firma kosten. Die Krise wirft auch einen Schatten auf die, besonders unter institutionellen Investoren, immer beliebteren illiquiden Anlagen und deren Beaufsichtigung. (Artikel als PDF)

Man kann den Fall Neil Woodfords, der zurzeit britische Anleger, Medien und die Finanzaufsicht in Atem hält, aus drei Perspektiven erzählen: als Drama von Aufstieg und Fall eines ehemaligen Star-Fondsmanagers, als Beweis der Nachlässigkeit der Aufseher, oder als Vorboten der Schwierigkeiten aktiver Asset Manager, wenn sie mit illiquiden Anlagen jonglieren. Vor allem aber ist er eine Warnung, wie widerstrebend die maßgeblich Beteiligten in der Angelegenheit kommunizieren.

Was ist passiert? Continue Reading

Die Ruhe vor dem Brexit-Sturm (Infografik)

Die Unruhe in der britischen Investmentbranche wächst: Angesichts eines drohenden „No Deal“-Szenarios halten die Spekulationen an, wie hoch die Asset-Abflüsse durch den Brexit ausfallen, welche Firmen Großbritannien verlassen und wie viele Mitarbeiter sie mitnehmen werden. Medien, Investmentmanager und Dachverbände fühlen seit dem Brexit-Votum den Puls der Branche. Sie prophezeien: Besonders hart wird es kleine Investmenthäuser ohne EU-Präsenz treffen. Lesen Sie den gesamten Beitrag bei Hauck & Aufhäuser FondsTrends (oder hier als PDF).

Der letzte Fondsmanager Londons – ein post-Brexit-Science-Fiction

Es ist das Jahr 2023, und die Brexit-Verhandlungen sind fürchterlich schief gelaufen. In Folge dessen hat sich Großbritannien zerlegt, es hat ein Exodus von Firmen aus London nach Kontinentaleuropa stattgefunden − und die Shetland-Inseln sind bei der Registrierung neuer Fonds an dritter Stelle hinter Luxemburg und Irland. Eine Kurzgeschichte von Hagen Gerle, Gerle Financial Communications.

Das Foto von einem Familienurlaub in Cornwall, die metallene Auszeichnung von 2020 als “Bester britischer alternativer Asset Manager (über 3 Jahre)“, die letzte Ausgabe eines Laufmagazins – es gab nicht viel an persönlichen Dingen, die Adam an diesem Morgen in seinen Karton packen musste. Die meisten seiner Sachen hatten bereits den Weg in eine der großen Umzugskartons gefunden, die sich an der Wand seiner kleinen Wohnung stapelten, oder er hatte sie schlichtweg weggeschmissen. ‚Reise leicht‘, sagte er sich. ‘Besorg‘ dir, was du brauchst, in Helsinki.‘ Continue Reading